Forschungsticker

In regelmäßigen Abständen werfen wir Schlaglichter auf FernUni-Forschungsaktivitäten. Unser Forschungsticker macht FernUni-Forschung sichtbar. Auf welchen Konferenzen sprechen unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler? Welche neuen Bücher haben sie publiziert? Welche Auszeichnungen haben sie erhalten? Und in welchen Lehrgebieten ist Forschungsbesuch zu Gast?


Publikationen / Wagner / VWL

Evolution aus makroökonomischer Perspektive

Foto: Hardy Welsch
Prof. Helmut Wagner

Helmut Wagner: „Evolution aus makroökonomischer Perspektive“ , in: Ökonomie und Evolution. Studien zur Entwicklung der ökonomischen Theorie XXXVI, Schriften des Vereins für Socialpolitik, hrsg. Von Peter Spahn, Duncker & Humblot: Berlin, Juli 2020, S. 119-158.

Hier wird Evolution als die geschichtliche Entwicklung einer Gesellschaft im Sinne des Durchlaufens mehrerer Entwicklungsstadien (Strukturwandel) betrachtet (vor und nach der Industrialisierung), dies auch unter Berücksichtigung unterschiedlicher theoriegeschichtlicher Betrachtungsweisen. Es wird auch auf Besonderheiten der Evolution, wie das Phänomen von Entwicklungsfallen, säkulare Stagnation u.a. eingegangen, und das Ganze abschließend auch kurz am Beispiel Chinas anschaulich gemacht.

Asiatischer Monetary Fund

Die Asiatischen Länder haben aus den Erfahrungen der Asienkrise heraus in den letzten zwei Jahrzehnten häufiger versucht, einen eigenen Asiatischen Monetary Fund als Gegenstück und als Abgrenzung zum International Monetary Fund (IWF) zu etablieren. Hier werden die Realisierungschancen sowie die Fallstricke eines solchen Vorhabens näher betrachtet.

Helmut Wagner: „Comments on Toward an Asian Monetary Fund: Ideas for Transition”, in: Asian Economic Papers, Volume 19 | Issue 2 | Summer 2020

06. August | Da


Publikationen / Prinz von Sachsen Gessaphe / Rechtswissenschaft

Europäischer Rechtsverkehr in Zivil- und Strafsachen

Von-sachsen-gessaphe-500Foto: FernUniversität
Prof. Prinz von Sachsen Gessaphe ist mit zwei Beiträgen im Jahrbuch für Italienisches Recht vertreten.

Der Band 32 des Jahrbuchs für Italienisches Recht befasst sich schwerpunktmäßig mit dem europäischen Rechtsverkehr in Zivil- und Strafsachen und weist eine breite Palette von Themen auf. Er enthält zwei Beiträge von Prof. Dr. Prinz von Sachsen Gessaphe (Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung). Der Beitrag „Die Adhäsionsklage und das Verhältnis zwischen Strafverfahren und Zivilklage in der deutschen Rechtsordnung“ befasst sich mit der Möglichkeit für das Opfer einer Straftat, seine zivilrechtlichen Schadensersatzansprüche bereits im Strafverfahren gegen den vermeintlichen Straftäter geltend zu machen (Adhäsionsverfahren). Der zweite Beitrag „Unionsrechtliche Regelung von Unterhaltssachen mit Auslandsbezug“ beleuchtet die Auswirkungen der Europäischen Verordnung (EG) Nr. 4/2009 über die Zuständigkeit, das anwendbare Recht, die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen und die Zusammenarbeit in Unterhaltssachen v. 18.12.2008 an Hand von Beispielfällen aus der grenzüberschreitenden Rechtspraxis, wie sie von deutschen Gerichten und dem EuGH entschieden worden sind.

30. Juli | sam


Publikationen / Dimitris-Tsatsos-Institut / Europäische Verfassungswissenschaften

Handbuch- und Editionsprojekt: Zwei neue Bände

Handbuecher DtievFoto: FernUniversität

Das am Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften angesiedelte Handbuch- und Editionsprojekt zur europäischen Verfassungsgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert hat weitere Ergebnisse in zwei neuen Bänden vorgelegt. Die Publikationen behandeln auf jeweils über 1.500 Seiten die europäische Verfassungsentwicklung der Zeitabschnitte 1848-1870 und 1989-2013.

Band 3 (1848-1870) setzt die vorangegangene Betrachtung der verfassungsgeschichtlichen Entwicklung Europas im 19. Jahrhundert fort: Der Band setzt mit der großen europäischen Revolutionswelle von 1848/49 ein und veranschaulicht bis 1870 die weitere Ausgestaltung des spannungsreichen Verhältnisses zwischen mehrheitlich monarchisch geprägter Staatsspitze und nach politischer Partizipation drängender Bürger- und Arbeiterschaft.

Band 5 (seit 1989) bildet den Schlussstein der neu eröffneten Handbuchreihe zum 20. Jahrhundert, die die verfassungsgeschichtliche Betrachtung der Vorgängerbände aus der Reihe zum 19. Jahrhundert fortsetzt. Beginnend mit den Umwälzungen von 1989/90 veranschaulicht der Band bis in die 2010er-Jahre hinein das Spannungs- und Wechselverhältnis zwischen der einzelstaatlichen Verfassungsentwicklung sowie der Ausbildung einer supranationalen Verfassungsebene im Zuge des europäischen Integrationsprozesses.

28. Juli | sam


Publikationen / Wagner, Turke, Glawe / VWL

VWL-Übungsbuch und Artikel zu China

Prof. Dr. Helmut Wagner und Hilke Turke haben die Neuauflage des Übungsbuchs „VWL-Klausuren. Ein Übungsbuch“ (De Gruyter Oldenbourg 2020, 4. Auflage) veröffentlicht.

Zwei neue Artikel zu China haben Dr. Linda Glawe und Prof. Helmut Wagner veröffentlicht:

02. Juli | Presse


Projekt / Bildungsforschung / Literarisches Schreiben

FernUniversität evaluiert Fortbildung für Lehrkräfte

Das Programm „Weltenschreiber – Das Literaturvermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche“ der Robert Bosch Stiftung will junge Menschen für Literatur begeistern. Ein zentraler Baustein des Programms ist unter anderem eine 18-monatige Fortbildung für Lehrkräfte zum Literarischen Schreiben. Die Evaluation dieser Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer an den Standorten Göttingen, Rostock und Stuttgart ist Gegenstand des Forschungsprojektes am Lehrgebiet Empirische Bildungsforschung an der FernUniversität in Hagen. Der Stellenwert des literarischen Schreibens im Deutschunterricht und in der öffentlichen Wahrnehmung soll so anerkannt und die Weiterbildung nachhaltig in der Förderpolitik der Länder verankert werden. Wie diese Ziele erreicht werden können und welche Gelingensbedingungen es hierfür gibt, soll die Evaluation zeigen.
Die zweite Evaluationsrunde startet in Kürze und läuft insgesamt 24 Monate (1. Juli 2020 bis 30. Juni 2022). Die Piloten der Weiterbildung in Göttingen und Rostock wurden bereits von Prof. Dr. Julia Schütz, Nora Berner und Davin Patrick Akko (Lehrgebiet Empirische Bildungsforschung) evaluiert.

10. Juni | can


Artikel / Kauff / Psychologie

Der Glaube an Diversität und seine Konsequenzen

PortaitFoto: Hardy Welsch
Prof. Mathias Kauff ist Hauptautor der neuen Studie

„Wir sollten die Vielfalt in unserem Land schätzen, denn sie kann uns einen Nutzen bringen.“ So könnte ein öffentliches Statement zu kultureller Diversität lauten. Prof. Dr. Mathias Kauff sieht in dieser Haltung ein Problem, auch wenn sie meist wohlgemeint ist: „Diversität wird nicht aus sich heraus wertgeschätzt, sondern weil sie einen Gewinn bringen soll. Die Wertschätzung von Vielfalt ist hier abhängig von einer unterstellten Nützlichkeit.“ Vor seinem Ruf an die Medical School Hamburg arbeitete Prof. Kauff im Lehrgebiet Psychologische Methodenlehre der FernUniversität in Hagen. Dort befasste er sich gemeinsam mit Lehrgebietsleiter Prof. Dr. Oliver Christ und Prof. Dr. Katharina Schmid (ESADE Business School, Barcelona) mit dem Thema. Ein neuer Artikel fasst die Ergebnisse nun zusammen: „When good for business is not good enough: Effects of pro-diversity beliefs and instrumentality of diversity on intergroup attitudes“ Den Rahmen bildete das DFG-Projekt: „Die Dunkle Seite nutzenbezogener Wertschätzung von Diversität – Outgroup-Abwertung durch Personen mit Pro-Diversity Beliefs als Reaktion auf nicht-nützlichen Intergruppenkontakt“.

8. Juni | br


Workshop / Dettmers / Psychologie

17. Nachwuchsworkshop der DGPs-Fachgruppe Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie

nachwuchsworkshop-dgpsFoto: Torsten Silz

Das Lehrgebiet Arbeits- und Organisationspsychologie der FernUniversität in Hagen (Prof. Dr. Jan Dettmers) richtet den 17. Nachwuchsworkshop der Fachgruppe Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie aus. Die Veranstaltung findet vom 3. bis 5. Februar auf dem Hagener Campus statt.

Der Nachwuchsworkshop ist ein Angebot für Doktorandinnen und Doktoranden in unterschiedlichen Phasen ihres Promotionsvorhabens, die auf Fragestellungen aus der Arbeits-, Organisations- oder Wirtschaftspsychologie ausgerichtet sind. Ziel ist es, sie bei der Weiterentwicklung ihrer Dissertation zu fördern und strategisches Wissen für die eigene Karriereentwicklung zu vermitteln. Zudem erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen (auch kontroversen) Themen der Forschungspraxis (Publikation, Zeitschriften, Drittmittel) und Karrierewegen.

Die Teilnehmenden haben im Workshop die Möglichkeit, ihre Vorhaben in einem kleinen Kreis vorzustellen und intensives Feedback von Peers und Senior Scientists zu erhalten. Der Workshop ist damit nicht nur eine gute Gelegenheit, Rückmeldung zum eigenen Promotionsvorhaben zu erhalten, sondern auch andere Doktorandinnen und Doktoranden sowie erfahrenere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kennenzulernen.

12. Mai | proe


Forschungsprojekt / Baule / BWL

Sind Informationen der Banken transparent und vergleichbar?

Rainer-baule Hw 800x480Foto: Hardy Welsch
Prof. Rainer Baule

Nach über zehn Jahren nach der Finanzkrise untersuchen Prof. Dr. Baule und David Shkel (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Bank- und Finanzwirtschaft) in einem bewilligten Drittmittelprojekt, wie sich der Anlegerschutz im Zusammenhang mit strukturierten Finanzprodukten entwickelt hat. Das Forschungsprojekt fördert das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Im Projekt möchten Prof. Baule und David Shkel die Kostentransparenz für Verbraucher näher analysieren. Konkret soll untersucht werden, inwieweit die Regulierungsmaßnahme nach der Finanzkrise tatsächlich einen Mehrwert für den Kleinanleger hinsichtlich Information und Vergleichbarkeit der in den Finanzprodukten enthaltenen (mitunter versteckten) Kosten erzielt. Dieses Marktsegment ist in Deutschland häufig unter dem Begriff „Zertifikate“ bekannt und erfreut sich großer Beliebtheit.

6. Mai | ag


Publikation / Sonnabend / VWL

Tribute-Bands und Ticketpreise

Hendrik-sonnabendFoto: FernUniversität
Hendrik Sonnabend

Die Studie mit dem Titel „Pricing in live music: an empirical analysis of the tribute band sector” (mit Samuel Cameron) ist soeben im Journal “Economics Bulletin” veröffentlicht worden (als PDF abrufen).

In der Studie von Dr. Hendrik Sonnabend, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für VWL, insb. Wirtschaftspolitik, geht es um ein Phänomen im Musikgeschäft, die „Tribute-Bands“. Dabei handelt es sich um Musiker und Musikerinnen, die auf Konzerten die Werke eines musikalischen Vorbilds möglichst originalgetreu (d.h. auch mit optischer Ähnlichkeit) präsentieren. Aus industrieökonomischer Sicht ließe sich von imperfekten Substituten sprechen. In der empirischen Arbeit haben wir unter anderem untersucht, wie sich die Verfügbarkeit des „Originals“ auf die (Ticket-)Preisgestaltung der „Copycats“ auswirkt. Es zeigt sich, dass die Ticketpreise am höchsten sind, wenn das „Original“ nicht mehr am Markt existiert.

5. Mai | can


Publikation / Weibler / BWL

Bad Leadership

WeiblerFoto: Hardy Welsch
Prof. Jürgen Weibler

Bad Leadership steht im Rang eines universellen Phänomens und erlebt als Thematik innerhalb der Führungsforschung derzeit einen regelrechten Boom. Die Plattform "Leadership Insiders" skizziert mit einem Beitrag, was Bad Leadership bedeutet. Verdeutlicht wird im Besonderen, wie die Geführten selbst durch verschiedene Formen eines Bad Followership zum Entstehen und Fortbestehen einer schlechten Führung beitragen. Autor ist Prof. Dr. Jürgen Weibler, Leiter des Lehrstuhls für BWL, insb. Personalführung und Organisation. Er hat zudem ein neues Werk über Bad Leadership veröffentlicht.

Kuhn, T./Weibler, J. (2020): Bad Leadership: Von Narzissten & Egomanen, Vermessenen & Verführten. Warum uns schlechte Führung oftmals gut erscheint und es guter Führung häufig schlecht ergeht, Vahlen Verlag, München

26. April | can


Publikation / Tausendpfund / Politik

Wahlverhalten bei der Europawahl

Tausendpfund-demokratiezufriedenheit-portraitFoto: FernUniversität
Markus Tausendpfund

Der Beitrag von Dr. Markus Tausendpfund aus der Arbeitsstelle Quantitative Methoden untersucht das Wahlverhalten bei der Europawahl unter besonderer Berücksichtigung der ökonomischen Krise. Es wird geprüft, welche Rolle die individuelle und die landesweite Wahrnehmung der wirtschaftlichen Situation für die Beteiligung und die Wahl einer euroskeptischen Partei haben.

Braun, Daniela, und Markus Tausendpfund. 2020. Electoral behaviour in a European Union under stress. Politics and Governance 8 (1): 28-40.

25. April | can